25 km von Berlin – 5.5.1991

Ich hatte auf meiner Arbeitsstelle in Halle einen Kollegen und Lauffreund gefunden, Martin. Er hatte die Sportschule absolviert, war Langstreckenläufer, zehn Jahre älter als ich und so passten wir vom Tempo gut zusammen. Einmal in der Woche liefen wir zusammen vom Weinberg aus durch die Dölauer Heide. Je nach Wetter eine kürzere oder längere Runde, zwischen 8 und 18 km. Manchmal schlossen sich noch ein paar andere Kollegen an und es machte Spaß.

Irgendwann kam ich dabei auf den Gedanken mal wieder an einem Wettkampf teilzunehmen. Der letzte war einige Jahre her.
Es war noch nicht so wie heute, wo überall Laufevents angeboten werden. Trotzdem, so fand ich, hatte sich in den zehn Jahren, seit Beginn meines Laufhobbys, einiges getan. Anfangs guckten mir auf der Straße ja noch Leute ungläubig hinterher, was der da macht. Oder riefen irgendwelche Bemerkungen. Das hatte sich weitgehend gegeben. Die Anzahl der Hobbyläufer hatte zugenommen. So gewannen auch Volksläufe an Zulauf.

Einer war der Lauf „25 km von Berlin“, den es bis heute (2025) gibt. Nach dem Berlin Marathon und Halbmarathon vielleicht der größte Citylauf in Berlin mit der Besonderheit Start und Ziel im Olympiastadion.

Der sollte es sein. Es war auch der erste Lauf im vorher für mich nicht erreichbaren Teil Deutschlands. Mein ehemaliger Studienkumpel Stefan wohnte zu der Zeit in Berlin, so dass die Unterkunft gesichert war. Also, es konnte losgehen.

Ich erinnere mich, dass ich mir Gedanken machte, welche Erwartungen Martin wohl an mich haben würde; und ich selber wollte auch gern eine akzeptable Zeit erreichen. 

Stefan und meine Frau Iris begleiten mich. Dazu war die gerade neue Videokamera dabei.

Die Finisher-Medaille ist mir irgendwie abhanden gekommen, aber das Video ist eigentlich eine viel schönere Erinnerung.

Und angesichts der guten Zeit war Martin auch mit mir zufrieden. 🙂